Was ist eigentlich passiert ?

“Was ist eigentlich passiert ?”

Die Frage soll Ausgangspunkt sein für diesen Artikel, der sich mit dem Germanwings-Absturz und seinen Konsequenzen auseinandersetzen wird. Also, was ist eigentlich passiert ?

 

Am 24. März 2015 stürzte der Germanwings-Flug 9525 über den französischen Alpen ab. Der Absturz war offenbar vom Co-Piloten bewusst herbeigeführt worden.

Dieses Ereignis hinterlässt uns alle fassungslos und mit einem Gefühl der Ohnmacht.

 

Meine Frage vom Beginn bezieht sich aber nicht auf dieses Ereignis, sondern auf die Zeit danach. Was ist in der Zeit danach passiert ?

Verschiedene Zeitungen haben sich schnell daran gemacht den vollständigen Namen und Wohnort des Piloten ausfindig zu machen und zu konstatieren, dass der Pilot offenbar eine psychische Erkrankung hatte. Es fielen auch gleich von Seiten der Journalisten wie Leser und Politiker die unsinnigsten Forderungen wie dergleichen in Zukunft zu verhindern sei. Eine differenzierte Auseinandersetzung musste man lange suchen, falls man sie überhaupt fand. Es wurde mal wieder die Vorratsdatenspeicherung gefordert, die erwiesenermaßen nicht so viel bringt wie viele uns glauben lassen wollen, die Piloten sollen sich jetzt im Cockpit gegenseitig überwachen bzw nicht mehr alleine sein dürfen und müssen sich bei irgendeiner Auffälligkeit gegenseitig denunzieren. Alles in allem ist die Atmosphäre nach dem Absturz eine des Misstrauens und der Angst.

 

Fast niemand kommt auf die Idee, dass Piloten mit psychischen oder physischen Problemen sich jetzt sicher erst recht nicht mehr melden werden, aus Angst den Job zu verlieren. Und die wenigstens begreifen, dass diese Atmosphäre der Angst benutzt wird um sowohl die Piloten als Individuen durch die gegenseitige Überwachung und Denunzierung, als auch den Bürger durch noch mehr Kontrolle am Flughafen und Vorratsdatenspeicherung, schleichend zu entmündigen.

 

Kritik in der Form, dass die ermittelnden Behörden gar keiner Vorratsdatenspeicherung bedurft haben um die Ursache zu ermitteln und sogar das Leben des Co-Piloten und Täters auf den Kopf zu stellen und herauszufinden, dass dieser psychisch krank war, taucht so gut wie gar nicht auf. Auch Kritik, dass das bestehende System aus Kontrollen und Untersuchungen bei korrekter Befolgung vermutlich nicht versagt hätte und das Versagen in diesem Falle auf ein Versäumnis der Ärzte zurückzuführen ist, taucht so gut wie gar nicht auf. Stattdessen kommen überall diese Reflexe zutage, in denen ohne nachzudenken gefordert wird alles noch restriktiver zu machen. Auf die Idee, dass der “Human Error” sich nicht vollkommen neutralisieren lässt und erst recht nicht, indem man noch mehr Druck und eine Atmosphäre der Angst vor dem Jobverlust aufbaut, kommt so gut wie niemand.

 

Alle Projekte, die den Umgang mit psychisch Erkrankten verbessern wollen, eine Entstigmatisierung und die Erhaltung und Beachtung der Menschenwürde der Erkrankten einfordern, wurden um Jahre zurückgeworfen. Die öffentliche Wahrnehmung hat sich diesbezüglich nicht zum Guten gewandt. Beteiligt daran ist nicht zuletzt auch die Presse, die häufig auf dem Niveau von pathetischem Boulevardjournalismus über das Ereignis berichtet hat.

Und da dies ein Blog ist und ich hier ja auch meine eigene Meinung vertrete, kommt jetzt meine eigene Konklusion:

 

Es ist einfach nur erbärmlich. Die Hysterie, die Verkrampfung auf noch mehr Kontrolle statt die Frage, ob bestehende Kontrolle nicht einfach nur versagt hat, die Berichterstattung. Dies alles ist erbärmlich verlaufen und leider nicht das erste Mal. Wäre das eine Medienkompetenzübung gewesen, müssten alle Beteiligten noch nachsitzen oder würden durchfallen.

 

Danke. Das war’s. Ich hab mich für heute genug aufgeregt J

Ich wünsche dem, hoffentlich noch immer geneigten, Leser einen schönen Tag und bitte darum, sich mal ein paar Gedanken zu machen. Über sich selbst, die eigene Reaktion auf das Ereignis und die Berichterstattung und dies dann vielleicht in den Kommentaren mitzuteilen.

 

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Zeit für Beleidigungen

Ich habe eine Beobachtung gemacht.

 

Ja, wirklich ! Es ist vielleicht einfach nur von unserem Zeitgeist geprägt und ich nehme das alles ernster als notwendig wäre, aber es ist mir wirklich aufgefallen. Die Sache ist die:

 

Wir nehmen uns einfach keine Zeit mehr andere Menschen richtig zu beleidigen. Wir fressen alles in uns rein und nehmen uns keine Zeit, dem eindeutig nicht mehr nur “grenz”debilen Vollidioten, der uns den letzten Nerv raubt, die Meinung zu geigen. Keine langsame und anmutige Symphonie von ruhig vorgetragenen Beschimpfungen, Beleidigungen, menschenverachtenden Flüchen und Verwünschungen mehr.

 

“Halt !”, werden einige jetzt sagen. “Es gibt sie doch, die zänkischen Leute, die nur darauf warten einen Streit vom Zaun zu brechen und es auch regelmäßig tun.”

Stimmt. Aber diese Leute verkörpern nicht was ich meine. Sie sind die Neandertaler und benutzen etwas, das ich Blitzkriegtaktik nenne. Sie versuchen durch Lautstärke und möglichst schneller Sprechweise ihr Gegenüber zu überrumpeln. Die Prä-Neandertaler unter ihnen unterstützen dies mit der möglichst häufigen Aufforderung, Geschlechtsverkehr mit der eigenen Mutter zu haben. Sie machen sich nicht die Mühe etwas über ihren Gegner herauszufinden, seine Schwächen zu analysieren, sich einige gute Sprüche und Argumente zurecht zu legen und diese dann in Ruhe vorzutragen und ihre Wirkung zu genießen.

Jemanden mit Stil unangespitzt in den Boden zu beleidigen bedarf etwas Vorbereitung und einer Vortragsweise, mit der man sich nicht selbst zum Deppen macht. Ganz konkret: Es braucht Zeit. Und diese Zeit nimmt sich leider niemand mehr. Schade eigentlich. Früher war es, zumindest für den Beobachter, amüsanter.

 

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Phoenix

“The Bird of Hermes is my Name, eating my Wings to make me tame.”

Wise Words, but the meaning can be different for everyone. That’s what makes life difficult and leads to conflicts. The Negation of being willing to understand other people is the core of many problems. I dont want to say, that’s easy to understand the people around you. In fact, it’s maybe the most difficult challenge we face in life und sometimes a whole life is not enough to understand someone. But dont give up, keep trying.

 

Weise Worte, aber die Bedeutung kann für jeden anders sein. Das ist es, was das Leben schwierig macht und zu Konflikten führt. Die Verneinung bereit zu sein andere Leute verstehen zu wollen ist der Kern vieler Probleme. Ich will nicht sagen, es sei einfach die Leute um einen herum zu verstehen. Tatsächlich ist es die vielleicht schwierigste Herausforderung der wir in unserem Leben begegnen und manchmal ist ein ganzes Leben nicht genug jemanden zu verstehen. Aber gebt nicht auf, versucht es weiter.

 

Heute ohne Zitat, da von mir :-)

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Pseudowissenschaften

Pseudowissenschaften, also Wissenschaften die von sich behaupten eine wissenschaftliche Grundlage zu haben, sind ein Problem unserer Zeit.

 

In einer Gesellschaft, deren technologische wie kulturelle Entwicklung enorme Fortschritte gemacht hat,verliert man schon einmal schnell den Überblick und fürchtet sich vor all den neuen Dingen und stellt vieles, was diese schnell voranschreitende Gesellschaft als normal erachtet, in Frage. Bei manchen reicht aber auch einfach die Bildung und kognitive Leistungsfähigkeit nicht aus, um sich mit den komplexen Sachverhalten auseinanderzusetzen.

 

Manche verlieren im Laufe der Zeit sogar derart den Überblick und fürchten sich vor dem was sie nicht verstehen, dass sie empfänglich werden für Ideen, die sie selbst früher oder andere Menschen die das kritische Denken noch nicht verlernt haben, nicht mal im Traum geglaubt hätten. Egal wie haarsträubend diese Ideen sind, für jeden ist etwas dabei. Die Variante mit spirituellen Energien für Esoteriker, die verständlich formulierte „wissenschaftliche“ Erklärung für alle die sich eigentlich nicht vor der Wissenschaft fürchten aber Angst vor Fachwörtern haben die sie nicht verstehen, die „Es ist öko und gesund“ Masche etc. Faszinierend ist, wie einfach die Leute zu überzeugen sind, solange eine „Pseudowissenschaft“ mit ihren Erklärungen den Nerv der Leute trifft. Was vielleicht auch erklärt, warum es sowas gibt. Möglicherweisen sind „Pseudowissenschaften“ letztlich ein Nebenprodukt unseres kapitalistischen Systems, weil letztlich nicht zählt ob etwas wahr und vernünftig ist, sondern ob man damit Geld verdienen kann, weil es jemanden gibt der bereit ist zu bezahlen. Tatsache ist zumindest, dass bisher niemand aus den Reihen derer, die ich jetzt mal als Pseudowissenschaftler bezeichnen möchte, sein Wissen ohne finanziellen Gegenwert und nur aus reiner Nächstenliebe geteilt hat.

Obwohl wir in einer Zeit leben, die uns erlaubt relativ einfach zu recherchieren und uns mit den Hintergründen von Dingen auseinanderzusetzen, tut es niemand. Wenn jemand kommt und behauptet er könne über Wasser gehen, lacht man ihn aus, da die Fähigkeit keinen praktischen Nutzen hat. Sagt aber jemand, er könne Krebs heilen und inneren Frieden wie Glückseligkeit garantieren für nur 1,99 € und es gäbe schon 1.000 zufriedene Kunden, reißen sich die Leute plötzlich das letzte Hemd vom Leib und kaufen es, ohne sich zu fragen, wie das funktionieren soll oder wer das eigentlich ist, der ihnen da diese Heilsversprechen gibt.

Ich kann nicht ändern, dass viele offenbar gar nicht wissen wollen, aber für alle anderen hier ein kleines Beispiel, wie einfach Recherche sein kann. Ich habe die Quellen als Links in den Text eingepflegt, damit ihr mal selbst lesen könnt.

Unser Beispiel ist ein Video des “Wissenschaftlers” Bernd Joschko über welches ich heute gestolpert bin und in dessen Kommentarsektion ich mich ein wenig erheitert habe, bis es mir dann doch etwas zu bunt wurde und ich beschloß, mal etwas zu recherchieren. Herausgekommen ist dabei Folgendes:

Bernd Joschko vermarktet sein “Synergie” Konzept mit der These, dass die Heilung bei Krankheiten, insbesondere bei schweren Krankheiten wie Krebs, darin liegt, die inneren Konflikte zu lösen und das seelische Gleichgewicht wiederherzustellen.

Dazu behauptet er desweiteren u.a. in der Kommentarsektion, dass seine Therapiekonzepte von Gerichten abgesegnet wurden. (1)

Auch gibt er an, er greife dabei auf seine Fähigkeiten die er beim Bundeskriminalamt erworben habe, zurück. (2)

 

Zu 1.

Die Gerichte haben alternativmedizinische Therapien unter der Prämisse erlaubt, dass der Therapeut eine Approbation als Arzt bzw. eine Heilpraktikererlaubnis besitzt. Was Bernd Joschko unterschlägt sind zwei Dinge. Zum ersten fällt seine Synergietherapie unter dieses Gesetz und zum zweiten besitzt er weder eine Approbation, noch eine Heilpraktikererlaubnis.

Zu 2.

Bernd Joschko war Mitarbeiter des BKA, wurde aber nach ca. 3 Jahren vor die Tür gesetzt. Grund war eine Auseinandersetzung über die Techniken, die er dort ja erlernt haben soll. Offenbar war man mit seinem Verständnis und Ausübung dessen nicht so einverstanden.

 

Desweiteren ist er Anhänger der “Neuen Germanischen Medizin”, dessen Erfinder Ryke Geerd Hamer so ziemlich einen Bock nach dem anderen geschossen hat. Er blieb nicht nur einen Nachweis der Wirksamkeit schuldig, sondern begründete u.a. den Tod seiner noch kurz vorher als gesund erklärten Patienten mit der Aussage, man hätte diesen einen Chip eingepflanzt um sie dann punktgenau auszuknipsen. Auch ist er für seine nationalsozialistische Nähe und Äußerungen bekannt.

 

Joschko selbst bleibt viele Erklärungen schuldig. Obwohl er einen wissenschaftlichen Hintergrund hat und daher mit der wissenschaftlichen Arbeitsweise vertraut sein sollte, haben seine Thesen grossen Lücken. So bleibt er z.B. die Erklärung schuldig, warum soviele Menschen, denen es psychisch schlecht geht, nicht an chronischen oder gefährlichen Krankheiten wie Krebs erkrankt sind. Darüber hinaus hat er selbst sich nicht die Mühe gemacht einen empirischen Nachweis zu erbringen, in dem er Statistiken und Zahlen zu seinen “Behandlungserfolgen” selbst erhoben hat oder versuchte, diese von anderer, unabhängiger Seite, erheben zu lassen.

 

Ich denke, dass spricht schon alles für sich selbst, da muss ich nicht lange ausholen. Mit einer kurzen Erläuterung der wissenschaftlichen Arbeitsweise und warum diese nicht umsonst so ist, wie sie ist, will ich mich deshalb an dieser Stelle dem Schluss dieses Artikels zuwenden.

 

Die wissenschaftliche Arbeitsweise sieht vor, dass sich Thesen, Experimente und Ergebnisse reproduzieren lassen. Das bedeutet, wenn ich etwas entdecke, muss es auch für andere Menschen überprüfbar sein und darf nicht alleine auf meiner persönlichen religiösen oder politischen Weltanschauung beruhen.

Beispiel: Ein Ball wird aus einer gewissen Höhe auf einen Drucksensor fallen gelassen. Je nach Höhe, Gewicht und Geschwindigkeit des Balles ergeben sich Messwerte, die in einem gewissen Verhältnis zueinander stehen. Das berühmteste Beispiel dafür ist der Apfel, der dem Physiker Isaac Newton die Eingebung zu seiner bahnbrechenden Theorie über die Anziehungskraft von Massen verholfen haben soll. Die Ergebnisse lassen sich von jedem, der dieses Experiment nachstellt, reproduzieren und wenn man sie beispielsweise visualisiert in einer Grafik darstellt, kann sogar der Laie sehen, dass es da ein Verhältnis zwischen Messwerten gibt. Und die Daten lassen sich weiter rechnen. So kann man mit ein wenig Verständnis für mathematische Gleichungen herausfinden, welche Energie auf einen Körper (Masse) wirkt, der aus einem Flugzeug geworfen wird und unten auf dem Boden aufschlägt. Zu guter Letzt, weil man ja niemanden gefährden möchte, nimmt man noch einen Dummie und stellt damit ein Experiment / Simulation auf, die bestätigen soll, dass die Berechnungen stimmen und die Energie für einen menschlichen Körper zu viel und damit extrem ungesund ist. Und dann beruht die Aussage, aus dem Flugzeug zu springen sei tödlich, nicht mehr auf persönlichen Überzeugungen oder Erfahrungen, sondern gewinnt Allgemeingültigkeit für alle, egal ob sie an JHWH, Jehova, Allah, Buddha, die globale Marktwirtschaft oder sonst wen oder was glauben.

Es sollte immer zu Denken geben, wenn jemand behauptet etwas Neues gefunden zu haben und dann den Nachweis schuldig bleibt. Und auch wenn Wissenschaftler nicht selten Exzentriker sind und es manchmal etwas dauert, bis sich eine Theorie trotz Nachweis im Experiment durchsetzt, so wird sich letztlich aber niemand der einen allgemeingültigen Nachweis erbringen kann davor fürchten müssen, dass seine Arbeit abgelehnt wird. Wer diesen Nachweis aber schuldig bleibt, der hat etwas zu verbergen. Bitte macht euch Gedanken, bevor ihr irgendwas glaubt und recherchiert. Die Mühe lohnt sich. Das Problem erfasst das Schlusszitat in diesem Falle sehr treffend:

 

Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an, interessant zu werden, wo sie aufhört.
Justus von Liebig

Lasst euch nicht auf den Holzweg führen.

 

 

 

PS: Ja, das Video war der Grund, warum ich überhaupt diesen Artikel verfasst habe.

 

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Vorurteil ?

Neulich habe ich mich in einer hitzigen Debatte zu der Aussage hinreißen lassen, dass das Leben einer Frau in manchen Nationen dieses Planeten manchmal nicht mehr wert sei, als das eines Hundes.

 

Darauf wurde mit entgegnet, ich spräche aus Vorurteil und Unwissenheit. Das verwirrte mich sehr und ich fragte mich natürlich, ob dem tatsächlich so sei.

 

Zuallererst: Nein, ich spreche nicht aus persönlicher Erfahrung und ich behaupte auch nicht, dass in Deutschland alles in bester Ordnung ist. Ersteres liegt daran, dass ich nie als Frau in einem dieser Länder / Kulturkreise gelebt habe, was u.a. daran liegen könnte, dass ich ein Mann bin.

Zweites liegt wohl daran, dass die Menschen immer noch nicht gleich sind. Auch hier in unserem Europa überschätzen wir uns gerne selbst und ignorieren dabei, dass Frauen immer noch häufig schlechter bezahlt werden für den gleichen Job und das man ihnen häufig wenig Glauben schenkt, wenn sie berichten, dass sie vergewaltigt wurden oder man es sogar mit Aussagen wie “Stell dich nicht so an” herunterspielt.

Edit: Ich unterstelle auch keine Kaltblütigkeit. So manchem Vater mag es sicher schwer fallen, wenn er sich zwischen der Liebe zu seiner Tocher und seinem Gewissen und der Ehre und dem Ansehen in seiner Gesellschaft entscheiden muss. Doch viel zu oft fällt die Entscheidung gegen das eigene Gewissen.

Die Welt ist kein Utopia.

 

Ja, ich bin der Meinung, in vielen Teilen dieser Welt ist man noch nicht so weit die Dinge liberal zu betrachten oder sich zumindest friedlich aus dem Weg zu gehen, wenn man sich damit nicht so richtig anfreunden kann. Und ja, ich bin ebenfalls der Meinung, in manchen Gegenden ist das Leben einer Frau wenig wert. Dabei beziehe ich mich nicht auf Currywurstbuden-Gerede oder Stammtisch-Gebrabbel alter, politisch eher rechts-konservativ eingestellter, Männer.

 

Ich beziehe mich dabei auf Frauen wie Rania-Al Baz und ihr Buch.  Auch auf Sabatina James oder Waris Dirie und ihr Buch “Wüstenblume”. Die Bücher von Rania- Al Baz und Waris Dirie habe ich sogar selbst gelesen (man glaubt es kaum).

In diesen Büchern kann man Sätze lesen, wie sie im Artikel von welt.de über Rania-Al Baz, zitiert werden und auch ähnlich wiedergegeben in den genannten Büchern der Frauen zu finden sind:

 

 

“Für Männer gelten Frauen einfach als Körper ohne Geist, ohne Gedanken”

Rania-Al Baz

Ich persönlich schenke diesen Frauen glauben.

Meine Aussage war sicher nicht weise formuliert. Oder um es kurz zu machen, sie war provokativ und pietätslos. Doch an der eigentlichen Feststellung dahinter, dass Frauen in manchen Regionen und Kulturkreisen nichts zu lachen haben, lasse ich nur ungern rütteln, denn es würde die Lebensgeschichten all jener Frauen, die den Mut hatten ihre zu veröffentlichen, diskreditieren und herabwürdigen.

Aber stecke ich jetzt deshalb in einem Vorurteil fest, weil ich diese Aussage gemacht habe nur aufgrund der Lektüre der Bücher von Wari Dirie und Rania-Al Baz und meiner eher sehr dürftigen persönlichen Erfahrungen und Gesprächen mit Immigranten hier in Deutschland ? Wenn ich Betroffenen und Angehörigen (auch Männern) dieser Kulturkreise nicht glauben kann, wem dann ?

Wenn mir das jemand erklären kann, wäre ich sehr dankbar. Wie immer gilt, dass ihr euch frei fühlen sollt eure Meinungen zu äussern, diesen Artikel zu kommentieren und in Dialog mit mir zu treten.

By the way, wen es interessiert. Meine eigene Maxime lautet:

 

Behandle andere Menschen, wie du selbst behandelt werden möchtest.

Goldene Regel, genaue Herkunft unbekannt

 

Für mich ist es wichtig, dass ich mit den Menschen um mich herum auf Augenhöhe rede, auch mit Frauen. Dazu fällt mir ein weiteres Zitat ein:

„Daß das Weib, wie es die Natur geschaffen und wie es der Mann gegenwärtig heranzieht, sein Feind ist und nur seine Sklavin oder seine Despotin sein kann, nie aber seine Gefährtin. Dies wird sie erst dann sein können, wenn sie ihm gleich steht an Rechten, wenn sie ihm ebenbürtig ist durch Bildung und Arbeit.“

 

Severin

Charakter aus “Venus im Pelz” von Leopold Sacher-Masoch

Ich würde den Teil mit der Erklärung, dass das Weib Feindin des Mannes ist, streichen. Der Teil aber, der erklärt, dass Mann und Frau erst dann Gefährten sein können wenn sie an Rechten, Bildung und Arbeit gleichberechtigt sind, dem stimme ich zu und dieser Teil ist für mich essentiell. Ich wünsche mir eine Gefährtin und versuche Frauen nach Möglichkeit auch so zu behandeln und wünschte mir eigentlich, viele andere Menschen würden es genau so sehen und nicht den ewigen Kampf, Mann gegen Frau, kämpfen oder aus religiösen Gründen einander an Achtung und Respekt mangeln lassen. Das gilt für beide Geschlechter.

Das macht mich zweifelsohne zu einem Idealisten, möglicherweise sogar Träumer. Aber damit kann ich leben.

 

 

Mfg

Fuddel

 

 

 

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“Warum Verbote eine Büchse der Pandora sind”

In diesem Artikel möchte ich gerne meinen Gedankengang dazu veröffentlichen, was Tim & Struppi mit Adolfs “Mein Kampf” gemeinsam hat und warum Verbote von Werken, die früher als legitim angesehen wurden und es heute nicht mehr sind, sich kontraproduktiv auswirken und genau den falschen Leuten in die Hände spielen.

 

 

Auf den Gedanken hat mich ein Bericht, über eine Klage eines kongolesischen Politologen gegen den Rechteinhaber an den Tim & Struppi Comics, gebracht. Dieser verlangte ein Verbot der Ausgabe mit dem Namen “Tim im Kongo”, da dieser Comic rassistische Inhalte hat und damit die Bevölkerung des Landes verunglimpft. Die Behauptung ist soweit auch korrekt.

 

Kommen wir ohne grosse Umwege zur eigentlichen Büchse der Pandora. Ein Werk, egal welcher Art, ist immer unter dem Gesichtspunkt des Zeitgeistes zu sehen, unter dem es entstand. Tim und Struppi spielt zum Beispiel zur der Zeit, als der Kongo noch belgische Kolonie war und solche Ansichten Teil des Alltags waren. Alle Werke zu verbieten, die der heutigen “Political Correctness” nicht entsprechen, wird sie nicht ungeschehen machen. Sie sind Teil unserer Geschichte und unserer Kultur. Wenn wir Dinge verbieten anstatt uns damit kritisch auseinanderzusetzen und zu fragen, warum das damals so war, dann werden wir Geschichte nicht verstehen und laufen Gefahr die gleichen Fehler wieder zu machen und darüber hinaus macht ein Verbot Dinge erstens interessanter und zweitens kann ich jetzt schon die Redner der NPD sehen, wie sie den Leuten sagen: “Seht her, jetzt wollen uns die bösen Ausländer sogar Tim & Struppi verbieten !”.

 

Verbote lassen sich immer umgehen. Selbst Hitlers “Mein Kampf” kann man im Ausland in einer deutschsprachigen Ausgabe kaufen. Wer an das Material wirklich heran will, wird es auch bekommen. Und im Falle von Hitlers Buch sind es sicher keine toleranten und weltoffenen Menschen, die sich die Mühe machen, dieses Verbot zu umgehen. Und wie das mit Ideologie so ist, verbreitet sie sich erst recht, wenn man sie durch ein Verbot vergraben, vergessen und ignorieren will. Das funktioniert meines Erachtens nach so nicht. Es ist sogar Wasser auf den Mühlen der falschen Menschen. Und dort liegt für mich die Büchse der Pandora.

 

Erinnern wir uns kurz: Pandora war die erste Frau, die auf Weisung von Zeus von Hephaistos geschaffen wurde und später die Frau von Epimetheus, dem Bruder von Prometheus, wurde. Sie öffnete die Büchse, die Zeus ihr mit dem Hinweis gab sie niemals zu öffnen, und entliess all die Übel und Untugenden, sogar den Tod den die Menschen bis dahin nicht kannten, in die Welt.

 

Ein Werk, welches bereits verbreitet wurde, wenn auch unter den falschen Motiven verfasst und veröffentlicht, ist wie eine Büchse, die bereits geöffnet wurde. Es zu verbieten schliesst die Büchse nicht mehr. Man ignoriert nur das Problem und bemüht sich unter den Teppich zu kehren und öffnet dabei eine zweite Büchse ohne es zu wollen, aber auch ohne es verhindern zu können, denn wie gerade erklärt, bestätigt ein Verbot nur die falschen Leute in ihrem Wahn und kann umgangen werden. Da aber durch ein Verbot keine öffentliche kritische Auseinandersetzung mit der Ideologie stattfindet, können jene Menschen weiter im Hintergrund agieren und ihre Gedanken ungehindert in der unaufgeklärten Öffentlichkeit verbreiten. Man entzieht der Sache also nicht den Nährboden, man schafft ihn erst.

 

Mein Kompromiss an dieser Stelle wäre, diese Werke zu veröffentlichen. Allerdings mit einem Vorwort oder Kommentierung, welche verständlich, nachvollziehbar, kritisch und ausführlich den Zeitgeist und die Umstände, warum man es damals so sah und heute nicht mehr, erläutert. Ich gebe zu, dass so ein Vorwort oder Kommentierung eine Herausforderung darstellt. Doch würde so eine Ausgabe, wenn sie gut kommentiert wird, vielen jungen und naiven Leuten die Augen öffnen und sie könnten nicht mehr auf die Proganda der Nationalsozialisten oder anderer hereinfallen.

Übrigens, der Zeichner der Tim und Struppi Comics “Herge”, hat später ohne Umwege selber zugegeben, dass dieser Comic nicht gerade sein bestes Werk war und er seine Meinung über schwarze Mitmenschen geändert hat.

 

 

Ich bin wie immer ganz Ohr für Kommentare und Meinungen. Wollt ihr etwas hinzufügen oder widersprechen ? Dann nur raus damit.

 

 

 

 

Bevor ich es vergesse, das übliche Zitat zum Schluss ;-)

 

Der Sieg der Aufklärung ist immer der Größe und Verbesserung des menschlichen Geschlechtes vorteilhaft gewesen.

Anne Louise Germaine de Staël (1766 – 1817)

 

MfG

 

Fuddel

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Empört Euch !

 

Empört euch !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stephan Hessel (* 20. Oktober 1917 in Berlin; † 27. Februar 2013 in Paris) war ein französischer Diplomat, Lyriker, Autor, Kämpfer der Résistanz und Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg war er, passiv wie er es selbst beschreibt, an der Erstellung der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte” der UN beteiligt.

 

Obwohl er sein Leben recht ruhig verbrachte, fiel Hessel im Jahre 2010 durch sein Buch (siehe Bild) auf, in dem er Kritik an gegenwärtigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen übte.

 

Er nahm zu vielen aktuellen Entwicklungen eine Stellung ein, kritisierte sogar Israel in der Palästinafrage und rief zum Zivilen Ungehorsam auf. Protestbewegungen wie u.a. die Occupy-Bewegung berufen sich auf die Thesen von Hessel.

 

Eines der grössten, wenn nicht sogar das grösste aller Probleme, sah Hessel in der aktuellen finanzpolitischen Entwicklung. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich, so Hessel, seien noch nie so gross gewesen und das würde den Frieden und die soziokulturelle Entwicklung gefährden. Die Behauptung der Regierenden, dass nicht genug Geld da wäre, um mehr in den Sozialstaat und seine guten Seiten, wie Krankenversicherung, Rente und Schulen zu investieren, sei seiner Meinung nach eine Lüge. Europa ginge es heute viel besser als nach dem Krieg, als es in Trümmern lag und dennoch hätte man es damals geschafft, dass jeder sein Auskommen hatte.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bisher wenige, vll sogar niemand, so offen Kritik am gegenwärtigen System geäussert hat und dabei noch gescheite Argumente, statt populistischen Blödsinn, vorweisen und eine Debatte starten konnte. Hessel’s wichtigstes Anliegen, dass die Werte eines Sozialstaates ( z.B. niemand an Hunger oder Krankheiten leiden muss, ein Dach über dem Kopf hat und nicht Verblöden muss, um es mit den Worten des Autoren dieses Artikels zu beschreiben) haben die Welt wohl beeindruckt. Sein Buch, welches nur 14 Seiten lang war, wurde zum Bestseller. Hessel selbst lehnte eine Gage ab. Die Empörung und der Widerstand zu dem er  aufrief, haben allerdings bisher auf sich warten lassen.

 

“Gewalt wirkt nicht”,ist eine wichtigere Erkenntnis,als zu wissen,ob ihre Vollstrecker zu verurteilen sind
oder nicht.

Stéphane Hessel

 

 

Interessierte können das Buch unter der ISBN-13:  978-3550088834 bestellen


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Der Weg zum Artikel

Der Weg, von der Idee zum fertigen Artikel, ist milde gesagt, chaotisch.

 

Am Anfang steht wohl der Gedanke, man kann es auch Idee nennen. Ich lese etwas, sehe etwas in einem Video bzw. im TV und mein Gedankenkarussel beginnt sich zu drehen. Was das ist, ist letztlich vollkommen willkürlich, aber es ist mir auch möglich über ein vorgegebenes Thema zu schreiben. Meist jedoch packt mich ein Gedanke und lässt mich nicht mehr in Ruhe. Ich beginne über das Thema zu sinnieren, zu recherchieren und Informationen zusammenzutragen, gelange zu Schlussfolgerungen und Aussagen, vergleiche jene mit denen anderer Personen (falls möglich) und habe ein grosses Durcheinander von Worten und Bildern in meinem Kopf.

 

Bis jetzt ist noch kein Wort geschrieben, sondern nur gedacht worden. Irgendwann komme ich an den Punkt, den Johann Wolfgang von Goethe in seinem wohl bekanntesten Werk “Faust, der Tragödie erster Teil” mit den Worten “Den Geist in spanische Stiefel einschnüren” beschrieb.

Es ist nun einmal so, dass wir den Menschen nicht in den Kopf schauen können, wir müssen darauf achten, was dieser Mensch durch Worte, nonverbale Kommunikation oder auch Taten uns mitteilt. Das gilt auch umgekehrt, der Leser kann mir nicht in den Kopf schauen und sehen, warum ich diesen Artikel geschrieben habe bzw. welche Bedeutung und Authentizität die Informationen für den Leser haben, wenn meine Sätze keine Struktur innerhalb des Artikels haben. Denn haben die Aussagen eines Menschen keine Struktur, wird es für andere schwierig bis unmöglich zu verstehen, was jemand sagen will. Jetzt beginnt der Prozess des Schreibens. Ich beginne alle diese zusammengetragenen Dinge zu ordnen und zu filtern nach Kriterien wie Chronologie, Quellen, Relevanz und Zusammenhang, um sie dann in Sätze zu gießen, die als Informationseinheiten meine zusammengetragenen Informationen und Schlussfolgerungen den Lesern vermitteln sollen.

 

Das ganze könnte man auch als die Didaktik des Artikels bezeichnen. Ich muss mir vorstellen, wie es wäre jemand zu sein, der meine Gedanken und die Wege zwischen Idee und dem fertigen Artikel nicht kennt. Ich muss also Ordnung schaffen, damit der Leser die Zusammenhänge und die Thematik des Artikels begreifen und nachvollziehen kann.

 

Bis es soweit ist, wird der Text mehrmals Korrekturgelesen, überarbeitet und umformuliert. Oft können Stunden von Arbeit in einen Artikel, wie diesem, fliessen. Und das, obwohl der Artikel gerade mal zwei Din A4 Seiten lang ist.

 

Man sieht, Schreiben bedeutet nicht unbedingt einfach nur sinnfrei mit einem Hammer auf die Tastatur zu schlagen und den Text dann einfach zu veröffentlichen. Wer möchte, dass das Geschreibsel auch ernstgenommen und mit Interesse gelesen wird, muss Zeit investieren. Meines Erachtens nach lohnt sich diese Arbeit. Man kann mit etwas Mühe und Arbeit einen Text schreiben, der Menschen informiert, Debatten anstösst und sogar, was allerdings eine gefährliche Eigenschaft und wohl grosse Macht eines jeden halbwegs fähigen Schreiberlings bzw. Journalisten ist, Meinung formen.

 

Schreiben ist mehr, als die Summe der Worte.

Fuddel

Mit diesem Zitat möchte ich nun diesen Artikel beenden und entlasse  euch Leser mit bestem Dank für eure Aufmerksamkeit.

 

Guten Rutsch !

 

 

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Abschied von einer Ikone

Neulich sah ich einen Auftritt von Volker Pispers und dachte so bei mir: “Wow, der lebt noch?”

Ich weiss nicht genau warum, aber irgendwie hatte ich erwartet, dass Obama und Merkel sich seiner entledigt hätten, natürlich so, dass es wie ein klarer Fall von Selbstmord aussieht. Mit einer Kugel im Kopf, einem Messer im Rücken, im Bademantel unter einer Brücke auf dem Frankfurter Westkreuz, morgens um halb vier. Wer würde da nicht an Suizid denken ?

Vielleicht hatte ich aber auch erwartet, dass er hinschmeisst, so wie Georg Schramm, der mittlerweile selbst an seiner Verzweifelung, die ihm die Entschlossenheit gab weiter zu machen und die Leute aufrütteln zu wollen, verzweifelte und sich entschied, dem Kabarett den Rücken zu kehren.

Um so erfreulicher war es für mich, als ich sah, dass Pispers keineswegs an Biss verloren hat und seine poltische Satire immernoch erheitert und zugleich betroffen macht. Und das an der Stelle von Georg Schramm schon neue Künstler stehen, die noch die Energie und den Mut haben dort weiter zu machen, wo er aufgehört hat.

Dennoch, ich erinnere mich gerne an die Auftritte von Georg Schramm und werde seine einzigartige Art der Satire vermissen. Auch war er ein Vorbild für mich und wohl einer meiner Mentoren, was politische Bildung betrifft.

Danke Georg alias Lothar Dombrowski, alias der hessische Sozialdemokrat August, alias Oberstleutnant Sanftleben, für all die schönen Momente und auch die weniger schönen, die der Betroffenheit, der Empörung, des Fremdschämens und der knallharten Wahrheit, die einen nur noch verzweifeln liess.

Danke.

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Ein schnelles Gedankenexperiment

Wie der Titel schon sagt, heute wird es ein bisschen kompakter und kürzer.

 

Das Gedankenexperiment hat folgende Ausgangssituation:

Es gibt nur eine Religion auf dem Planeten. Eine absolut homogene Religionsstruktur, mit den gleichen heiligen Texten und Interpretationen.

Und jetzt das Experiment:

 

Da es keine Zahlen und Fakten gibt sondern nur dem Glauben überlassene Interpretationen und Menschen nun einmal dazu neigen jeder für sich ein bisschen anders zu leben und Texte zu interpretieren, wird irgendwann ein Martin Luther kommen und die vormals homogene Struktur bricht auf und wird zu einer heterogenen Struktur. Die ersten Glaubenskriege brechen aus und alles wird so, wie wir es heute kennen.

 

Warum ist das so ?

Nun, zu erst liegt es wohl daran, dass dieser Glauben, wie jeder andere auch, keinen Glauben neben sich duldet. Wo kämen wir denn da hin, wenn es Konkurrenz gäbe, da würde doch der ganze Wahrheitsanspruch den Bach runter gehen. Diese Unfähigkeit, andere Menschen zu respektieren auch wenn sie nicht genau so sind wie man selbst, bringt erst den Konflikt. Sie kann nur zum Krieg führen, wenn ein Mensch seinen Nachbarn in seinen vier Wänden nicht so leben lässt wie dieser es gerne möchte.

Der zweite Punkt ist Egoismus. Die Menschen glauben, sie müssten missionieren, den Ungläubigen überreden um damit ihr Kontingent an guten Taten aufzustocken oder überhaupt erst das Minimum für das Ticket zum ewigen Leben zu erhalten. Der neugewonnene Gläubige ist also eigentlich keine gerettete Seele sondern eine Eintrittskarte ins Paradies, das Produkt der Selbsterhaltung des Werbenden.

Leben und leben lassen; Was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch keinem anderen zu; Die Freiheit hört dort auf, wo die des anderen anfängt.

Das alles sind Aussprüche, geflügelte Worte, die nur eines verdeutlichen: Lass deine Mitmenschen in Ruhe ihr eigenes Leben leben, misch dich nicht ein mit “deiner” Wahrheit. Die mag vielleicht auf dich zutreffen, deswegen muss sie noch nicht für andere gelten. In dem Moment, wo du das nicht beachtest, bist du kein Gläubiger mehr, sondern ein Mensch den Hochmut und Arroganz gepackt hat und der sich selbst zum Boten eines Gottes erklärt und meint alle bekehren zu müssen damit sie es ihm und seinem Weltbild recht machen.

 

Kann wohl etwas verkehrter sein, als den Kindern, die kaum in diese Welt treten, gleich von der anderen etwas vorzureden?

Immanuel Kant

Das war’s. Danke für die Aufmerksamkeit.

Bis zum nächsten Mal.

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